Jahresheft 30 – 1995

Themen, Autoren, Schnellübersicht, Stichworte (Detailansicht)

Gußrohre mit Zementmörtel-Umhüllung – eine Alternative bei schwierigen Bauverhältnissen in einem sensiblen Naturschutzgebiet
von Dipl.-Ing. Bernd-Ulrich Weber

Eine Versorgungsleitung mußte durch ein Naturschutzgebiet verlegt werden. Schwierigkeiten bereiteten dabei ein Steilhang und ein 4 m breiter Hohlweg als Trasse. Um diese Probleme zu bewältigen und die ursprünglich vorgesehene Kiesbettung zu vermeiden, wurden duktile Gußrohre mit Zementmörtel-Umhüllung und im Steilhang mit längskraftschlüssigen TYTON-SIT-Verbindungen verwendet.


Um- bzw. Neuverlegung der Trinkwasserleitung DN 800 im Bereich Richard-Lehmann-Straße/Hofer Brücke in Leipzig

von Dipl.-Ing. Henry Simon und Rudolf Winter

Durch die Hofer Brücke führen zwei Wasserleitungen DN 800, die weite Teile des Leipziger Westens und Südens versorgen. Der Abriß und Neubau dieser Brücke bedeutete deshalb auch für die Städtischen Wasserwerke große planerische und bauliche Schwierigkeiten: Aufrechterhaltung der Versorgung in der Bauphase, Einbau im Trog zusammen mit anderen Leitungssystemen, Ausgleich von Versatz zwischen Brücken- und Landleitungen sowie Winkelführungen ohne die Möglichkeit von Widerlagern. Alle diese Probleme konnten mit Rohren und Formstücken aus duktilem Gußeisen und nicht zuletzt mit dem Schubsicherungssystem TKF bewältigt werden.


Funktionsprüfungen an dem System duktiler Kanal-Gußrohre (Gutachten)

von MPA Dortmund und Dr.-Ing. Jürgen Rammelsberg

„Selbst unter ständigen Abwinkelungs- und Längsbewegungen, wie sie langzeitlich unter extremen Bedingungen in instabilen Böden oder Bergsenkungsgebieten anzutreffen sind, ist das duktile Kanalrohr-System auf Dauer gas- und wasserdicht und stellt damit einen einwandfreien Abwassertransport sicher. Weder Exfiltration (Undichtheit von innen nach außen) noch Infiltration (Undichtheit von außen nach innen) sind möglich.“ Soweit die Schlußfolgerung aus einem Gutachten des MPA Dortmund über die Dichtheit bei statischen und dynamischen Belastungen.

Stichwörter:Gutachten, Trinkwasser-Schutzgebiete, ATV-Arbeitsblatt A 142, duktile Kanalrohre DN 300 und DN 600, Dichtheit, Luft-Überdruck 1,13 bar, Luft-Unterdruck 502 mbar, instabile Böden, Bergsenkungsgebiet, Wasserinnendruck 10 bar, DIN 4033, Wasser-Dichtheitsprüfung, Steckmuffen-Verbindung, Schachtanschlußstück, Hausanschluß-Anbohrsattelstück, Rohrreinigungsdeckel, Prüfbericht des Staatlichen Materialprüfungsamtes Nordrhein-Westfalen MPA NRW, Abwinkelungen und Längsbewegungen, Gas- und Wasserdichtheit, Exfiltration, Infiltration.


Moseldüker Kinheim Grabenloser Einbau von Gußrohrleitungen mit der FlowTex-Großbohrtechnik

von Dipl.-Ing. Horst Nöh

Ein System des grabenlosen Einbaus von Rohren ist das Horizontal-Spülbohrverfahren (z.B. FlowTex). Es bot sich an, als ein Trinkwasser-Doppeldüker 2x DN 150, 186 m lang, durch die Mosel gebaut werden sollte, weil dabei empfindliche Uferbereiche und Flußbett unangetastet bleiben, die Schifffahrt nicht beeinträchtigt wird und die Bauzeit sehr kurz ist. Nach Fertigstellung der Bohrung unter der Mosel wurde der Doppelstrang in ca. 6 Stunden durchgezogen. Die Druckprüfung mit 21 bar bestätigte Dichtheit und Längskraftschlüssigkeit.


Grabenloser Einbau duktiler Gußrohre mit TYTON-SIT-Verbindung mit dem Horizontal-Spülverfahren

von Dipl.-Ing. Manfred Péhé und Dr.-Ing. Jürgen Rammelsberg

Nachdem sich das Horizontal-Spülbohrverfahren in den letzten Jahren einen ständig wachsenden Marktanteil bei den geschlossenen steuerbaren Bauweisen erobern konnte, wird nachstehend eines der ersten Projekte mit dem Einbau von Rohrleitungen aus duktilen Gußrohren nach diesem Verfahren sowie die dabei gemachten Erfahrungen beschrieben.


Dichtheitsprüfung elnes Ortsentwässerungsnetzes in der Trinkwasserschutzzone II mit dem Unterdruckverfahren

von Dipl.-Ing. Karl-Heinz Böhm und Hans-Jörg Krogull

Ein neu erstelltes Entwässerungssystem, bestehend aus 1600 m Verbindungssammler DN 400 und einem Ortsentwässerungsnetz von 730 m Länge mit 32 Hausanschlüssen und 18 Stra- ßeneinläufen wurde in zwei Prüfabschnitten in nur zwei Tagen einer Unterdruckprüfung auf Dichtheit unterzogen. Dabei wurden die Haushalte der Anwohner nicht beeinträchtigt.


Indirekte Lasten für erdverlegte Rohrleitungen

von Dr. techn. Gerhard Kiesselbach

Neben den üblichen „direkten Lasten“ (z.B. Innendruck, Erdlast, Verkehrslast) nehmen auch „individuelle Lasten“ Einfluß auf das Beanspruchungs- und Verformungsverhalten einer verlegten Leitung. Dabei handelt es sich um jene Belastungen, die durch die realen Einbauverhältnisse im Boden auftreten können. Die Abweichungen von den üblicherweise angenommenen idealen, gleichmäßigen Belastungen werden hier durch rechnerische Simulation beispielhaft nachgewiesen.


Präzisionsarbeit in 8 m Tiefe

von Dipl.-Ing. Ernst Reif, Dipl.-Ing. Wolfgang Fries und Dipl.-Ing. Gerhard Neidl

Ein Mischwasser-Hauptsammler (DN 500 bis DN 1200) mußte durch ein Wasserschutzgebiet II geführt werden. Aus Kostengründen wurde die Rohr-in-Rohr-Technik verworfen und statt dessen die Lösung mit einer einwandigen Leitung aus duktilen Gußrohren gewählt, die mit Unterdruck auf Dichtheit geprüft wurde. Die Herstellung der Leitung verlief wie geplant, auch die Verlegung der Rohre DN 1200 in 8 m Tiefe mit Kreuzung einer Staatsstraße wurde gemeistert. Die anschließende Unterdruckprüfung ergab völlige Dichtheit.


Bau einer Fernwasserleitung DN 200 mit einem Betriebsdruck von max. 30 bar

von Harald Becker

Aufgrund des nicht ausreichenden Trinkwasserdargebots sah sich die Stadt Biedenkopf genötigt, zusätzlich einen Anschluß an einen benachbarten Wasserverband vorzusehen. Für diese Leitung (12 km DN 200) ergab sich aus Höhendifferenz und Transportkapazität ein Maximaldruck von 30 bar. Außerdem stellten die schmale Verlegetrasse und die teilweise geringe Bodenstabilität die Rohrbauer vor Probleme. Duktile Gußrohre mit TIS- bzw. TIS-K-Muffen waren hier die Lösung.


Entwicklungen bei der Zementmörtel-Umhüllung für Gußrohre

von Dipl.-Ing. Michael Mischo

Die Zementmörtel-Umhüllung mit Kunststoffmodifizierung bietet ein hohes Maß an Korrosionsbeständigkeit und mechanischem Schutz. Durch Einsparung der Sandbettung leistet sie beim Einbau selbst in steinigem Boden ihren Beitrag zur Senkung der Baukosten und darüber hinaus zur Einsparung von Deponieraum und Schonung der Ressourcen.


Überlegungen zum wirtschaftlichen Einsatz von duktilen Gußrohren bei Abwasserleitungen

von Dipl.-Ing. Werner Schmäche

Abwasserrohre dürfen nicht nur nach dem Gesichtspunkt des Rohrpreises ausgewählt werden. Im Zusammenhang mit den geänderten Rahmenbedingungen durch moderne Kontroll- und Reinigungstechniken können Abwasserkanäle heute mit größeren Schachtabständen und gekrümmt geplant werden. Dabei ergibt sich für das duktile Gußrohrsystem durch Ausnutzung aller material- und systemspezifischen Vorteile eine erhebliche Kostenreduzierung und somit größere Wirtschaftlichkeit.